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Afghanistan-Warlogs - Kriegsstrudel-Zeugnisse

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Julian C. Webster , 30.07.2010 15:24

Sonntag Abend hat Wikileaks bekanntlich 76.911 Reports der US Army aus den Jahren 2004 bis 2009 zum Krieg gegen Afghanistan geleakt. Wikileaks hat angekündigt, in naher Zukunft noch rund 15.000 weitere Reports nachzuschieben. Mein Parteibuch beschäftigt sich seitdem einerseits mit der Auswertung und Präsentation der Daten und andererseits mit der Berichterstattung der Medien über den Inhalt der Daten. .... Wikileaks-Gründer Julian Assange sagte auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Afghanistan-Warlogs folgendes: ?Die wahre Story dieses Materials ist, dass Krieg ist - es ist ein schlimmes Ding nach dem anderen. Es sind die kontinuierlichen kleinen Ereignisse, der kontinuierliche Tod von Kindern, Aufständischen, Alliierten, die verstümmelten Menschen.? .....

Afghanistan-War-Logs


Eine Übersicht aller im Parteibuch bisher zu den Afghanistan-Warlogs  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/28/afghanistan-warlogs-uebersichtsseite/ und den dazugehörigen Medienberichten veröffentlichten Artikel findet sich im Parteibuch unter: Afghanistan-Warlogs - Übersichtsseite. Mein Parteibuch empfiehlt Lesern, die die bisherigen Artikel zu den Afghanistan-Warlogs in Mein Parteibuch noch nicht kennen, sich vor der Lektüre des nachfolgenden Artikels damit vertraut zu machen, da dort grundlegende Überlegungen dazu angestellt werden, welche Schlagseiten die veröffentlichten Daten aufweisen sowie zu welchen Fragen die Daten aussagekräftig sind und zu welchen sie es nicht sind.

Wikileaks-Gründer Julian Assange sagte auf der Pressekonferenz  http://www.youtube.com/watch?v=y6wf_jiBzLI zur Vorstellung der Afghanistan-Warlogs zur Vorstellung der Afghanistan-Warlogs  http://www.abc.net.au/lateline/content/2010/s2964914.htm folgendes:

?Mir wird oft folgende Frage gestellt: Was ist die schlimmste einzelne Offenbarung, das schlimmste einfach zu berichtende Ereignis, die schlimmste einzelne Person, der schlimmste einzelne Massenmord? Aber das ist nicht die wahre Story dieses Materials. Die wahre Story dieses Materials ist, dass Krieg ist - es ist ein schlimmes Ding nach dem anderen. Es sind die kontinuierlichen kleinen Ereignisse, der kontinuierliche Tod von Kindern, Aufständischen, Alliierten, die verstümmelten Menschen.?

Die Medien, die vorab Zugang zu den Daten hatten, haben die Story vom spezifischen und stetig ansteigenden Grauen des Krieges in Afghanistan leider nicht berichtet. Der Guardian hat der Öffentlichkeit im Stile eines Boulevardblattes die schlimmsten und sensationellsten Datensätze präsentiert. Aber immerhin kann man da ein paar Hundert echte Datensätze sehen und die vom Guardian  http://www.guardian.co.uk/world/datablog/2010/jul/25/wikileaks-afghanistan-data präsentierten Daten scheinen nach Sensationsgehalt ausgewählt zu sein, so dass man da wenigstens von einem anständigen Boulevardblatt sprechen kann. Der Spiegel hat auch im Stile eines Boulevard auf Sensationslust gesetzt und die Daten ansonsten im Wesentlichen zur freien Kriegshetze  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/26/ein-paar-anmerkungen-zum-gerade-geleakten-afghanistan-warlog/ benutzt, frei nach dem Motto, die Schwächen des Krieges gegen Afghanistan zeigen, dass mehr Geld für Krieg ausgegeben werden muss und dabei seinen Lesern nicht einen Originaldatensatz  http://blog.fefe.de/?ts=b2b37704 präsentiert. Die New York Times hat ihr Vorabwissen ausgenutzt, um sich mit der US-Regierung abzustimmen und dann mit ihr gemeinsam anhand von zusammengeglaubten Fakten zu versuchen, Pakistan für das von den USA verbrochene Desaster in Afghanistan die Schuld  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/28/pakistan-die-schuld-in-die-schuhe-schieben/ in die Schuhe zu schieben. Julian Assange hat die New York Times danach im Interview mit Amy Goodman recht freundlich als ?ein bisschen unprofessionell?  http://czardonic.wordpress.com/2010/07/29/the-interview-assange/ bezeichnet. Was die Medien in den letzten Tagen sonst noch so zu den Daten berichtet haben, scheint im Wesentlichen bei den drei Medien, die Vorabzugang hatten, abgeschrieben gewesen zu sein. ..... Mehr:  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/30/afghanistan-warlogs-zeugnisse-des-zunehmenden-kriegsstrudels/ .......... Schaut man die von Wikileaks veröffentlichten Daten des sich seit der US-geführten Invasion im Jahre 2001 Jahr für Jahr verschlimmernden Krieges in Afghanistan genau an, bei dem bei gleichzeig stetig steigender Truppenzahlen und dem Aufbau einer lokalen Marionettenmiliz immer mehr Menschen auf allen Seiten umkommen, so spricht alles dafür, dass in Afghanistan ein solcher Kriegsstrudel in Gang gesetzt wurde, und dieser sich von der inneren Logik der Kriegswirtschaft immer mehr verselbständigt und vom zunehmenden militärischen Engagement des Westens gespeist wird. Es spricht sehr viel dafür, dass die Lage in Afghanistan nicht trotz der ständigen Truppenaufstockungen der Besatzer und des Aufbaus der Puppenstreitkräfte durch die Besatzer beständig schlechter und brutaler  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/29/afghanistan-warlogs-datenanalyse-kill-or-capture/ wird, sondern gerade deswegen.
Betrachtet man vor diesem Hintergrund die letztjährigen und diesjährigen Entscheidungen von Barack Obama, noch mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken und noch mehr Puppenmilizen aufzubauen, so lässt sich erahnen, was dabei herauskommt. Die Kriegswirtschaft in Afghanistan und an der Heimatfront wird gestärkt und es gibt noch mehr Tote und Verletzte auf allen Seiten. Und sonst nichts. Um aus dem Kriegsstrudel zu entkommen, muss das Gegenteil gemacht werden: die fremden Truppen müssen raus und die fremde Hilfe für die lokale Kriegswirtschaft der Puppenkräfte eingestellt werden.  http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/30/afghanistan-warlogs-zeugnisse-des-zunehmenden-kriegsstrudels/
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PICTURE: ... Afghanistan war logs: tensions increase after revelation of more leaked files ... Coalition commanders hid civilian deaths, war logs reveal ... US, Afghanistan and Pakistan trade angry accusations ... Leak poses 'very real threat' to US forces - White House ... David Leigh and Matthew Taylor, The Guardian, Tuesday 27 July 2010 ... The Pentagon said it was conducting an investigation into whether information in the logs placed coalition forces or their informants in danger. Photograph: John Moore ...  http://www.guardian.co.uk/world/2010/jul/27/afghanistan-war-logs-tensions-strained
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Wikileaks data: suspected army source sent back to US ... Bradley Manning investigated over leak of Afghan war material ... Wikileaks could have blood on their hands, says US admiral .......  http://www.guardian.co.uk/world/2010/jul/27/afghanistan-war-logs-tensions-strained


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